Google hat mit seiner gleichnamigen Suchmaschine für eine Internet-Revolution gesorgt. Niemand sucht mehr etwas, jeder googelt nur noch. Und nicht nur im Suchmaschinen Geschäft kennt sich das Milliarden schwere Unternehmen aus. Mittlerweile bietet Google auch zahlreiche weitere Dienstleistungen an. Im Vordergrund dabei stehen die Systeme Adsense und Adwords. Vielen Internet Nutzern werden diese Namen nicht bekannt sein. Teilweise können Internetnutzer nicht einmal die organischen, von den bezahlten Anzeigen in der Google Suche unterscheiden. Das ist natürlich ein Riesen Problem, da es den freien Wettbewerb zerstört. In den letzten Jahren wurden außerdem immer mehr organische Anzeigenplätze durch bezahlte Anzeigen verdrängt. Google selber verlangt von Seitenbetreibern, dass „above the fold“, also bevor man scrollen muss, bereits wichtige Inhalte und nicht nur Werbung zu sehen sind. Doch selbst hält sich Google längst nicht mehr an diese Anforderung.

Das ist letztlich nur natürlich, bei einem Börsen notierten Unternehmen. Es muss schließlich wachsen. Also wachsende Umsätze und Gewinne erzielen, sonst sind die Anleger nicht zufrieden und es gibt kein frisches Kapital. Aber das braucht Google, denn es ist längst nicht mehr nur an Suchmaschinen interessiert. Das Betriebssystem Android hat bereits die Welt erobert, aber es tehen weitere Projekte in den Startlöchern. Google ist mittlerweile auch Internet Service provider und will mit Wetterballons auch in entlegenen Gebieten für eine Internetversorgung sorgen. Mittlerweile scheint es, als würde sich Google durch nichts und niemanden aufhalten lassen und sich vor nichts zu fürchten.

Doch da will jetzt die EU eingreifen: in einem Artikel der Welt heißt es heute „EU-Parlament fordert die Zerschlagung von Google„. Tatsächlich ist es etwas weniger dramatisch, als es die Überschrift vermuten lässt.

Das Parlament hat die EU Kommision dazu aufgefordert, neue Gesetze durchzusetzen, die bei Suchmaschinenanbietern die eigentliche Suche und die kommerziellen Dienste voneinander trennt. Auf diese Weise soll die Dominanz von Google eingeschränkt werden. Schließlich werden 90% der Suchanfragen über deren Suchmaschine durchgeführt, es ist also anzunehmen, dass es hier eher um Google geht, als um die schwachen Wettbewerber von Microsoft, Yahoo und co.

Ich finde diesen Ansatz interessant, habe allerdings doch das Gefühl, dass hier sehr viel Wunschdenken am Werk war. Die Suchmaschinen sind letztlich insgesamt ein kommerzieller Dienst. Nur durch die Platzierung von passenden Werbeanzeigen in den organischen Suchergebnissen können die horrenden Ausgaben, die für die Verwaltung der organischen Suchergebnisse nötig sind, gedeckt werden. Wie will man das per Gesetz voneinander trennen? Ich sehe hier bisher sind, wie so eine Forderung sinnvoll umgesetzt werden kann.

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